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MAX PLANCK

 
     
  MAX PLANCK und die Quanten. Lebensdaten: 1858 - 1947. Die Arbeiten Max Plancks begr�ndeten um die Jahrhundertwende die Quantentheorie und �nderten damit den gesamten Bezugsrahmen der Naturwissenschaften. Das war von so gro�er Tragweite, da� Planck manchmal mit ISAAC NEWTON und ALBERT EINSTEIN auf eine Stufe gestellt wird. Laut Einstein habe Planck dem Fortschritt der Wissenschaft einen der m�chtigsten Impulse verliehen. Er geh�rt somit zu den zentralen Gestalten der Physik, gleichsam eine Ikone, wie sie in der Wissenschaft seltsam oft vorkommt: Planck, seinem Wesen nach eher orthodox, schreckte nicht davor zur�ck, f�r scheinbar unbedeutende, aber theoretisch wichtige Probleme eine radikale L�sung zu suchen. �Er war ein �berzeugter Konservativer�, schrieb der Wissenschaftler und Historiker Emilio Segr, �der von der Macht der Fakten und der logischen Strenge gezwungen wurde, eine der gr��ten Revolutionen in der Naturphilosophie in die Wege zu leiten.� Max Karl Ernst Ludwig Planck wurde am 23. April 1858 im damals noch d�nischen, erst 1866 zu Preu�en geh�rigen Kiel als Sohn von Emma Patzig und Johann Julius Wilhelm von Planck geboren. Der Vater war ein bekannter Professor f�r Verfassungsrecht, der an der Formulierung des preu�ischen B�rgerlichen Gesetzbuchs beteiligt war. Planck besuchte in M�nchen das Maximilians Gymnasium, wo er ein ausgezeichneter, aber keinesfalls �berragender Sch�ler war. 1874 begann er das Studium an der Universit�t M�nchen, 1879 erlangte er die Doktorw�rde. Bereits seine Dissertation besch�ftigte sich mit dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik und zeugt von Plancks Interesse an grunds�tzlichen Problemen. Die Vorstellung, da� die �u�ere Welt etwas �Absolutes� sei, forderte ihn heraus, wobei laut eigener Aussage die Suche nach Gesetzen, die diesem Absoluten zugrunde liegen, f�r ihn das �Erhabenste� war, was ein Wissenschaftler in seinem Leben verfolgen konnte. Nach Lehrauftr�gen an den Universit�ten M�nchen und Kiel wurde Planck 1889 Professor an der Universit�t Berlin. Er blieb dort bis 1928, und dort entstanden seine wichtigsten Arbeiten. Die Entdeckung des Quantums ist eng mit dem Problem des �schwarzen Strahlers� verbunden, der die Physiker im ausgehenden 19. Jahrhundert verwirrte - und f�r den sich Planck nur wegen dessen elementarer Bedeutung interessierte. 1859 hatte GUSTAV KIRCHHOFF herausgefunden, da� die von einem beliebigen K�rper abgestrahlte W�rme nur von der Temperatur und Wellenl�nge abh�ngig ist, nicht aber von der Beschaffenheit des K�rpers selbst. Dabei mu�te hier ein universales Gesetz am Werk sein. Bei der Untersuchungen, wie ein �schwarzer K�rper� Strahlung abgibt, kam man zu beunruhigenden Ergebnissen. Nach den klassischen Gesetzen sollte etwas, das selbst alle Strahlung absorbiert (wie es ein schwarzer K�rper tut), auch Licht und W�rme in unendlich gro�er Menge abstrahlen wobei die Intensit�t im unsichtbaren Ultraviolettbereich den k�rzesten Wellenl�ngen am gr��ten sein sollte. Experimente zeigten, da� dies nicht der Fall war. Das von einem erw�rmten Hohlraum wie einem offener Kamin abgestrahlte Licht weist ein Farbspektrum auf, das: von hellgelb �ber rot und bl�ulichwei� bis zur hei�esten �wei�en Hitze� reicht. Die klassische Physik konnte diese! Spektrum nicht vorhersagen. Das Problem des �schwarzer Strahlers� (auch als �ultraviolette Katastrophe� bezeichnet da die Vorhersagen bei Experimenten mit den k�rzester Wellenl�ngen stark differierten) war kein unwichtige; Thema f�r die Physik des 19. Jahrhunderts. Er stellte den ersten Hauptsatz der Thermodynamik in Frage, der besagt da� in geschlossenen Systemen W�rmeenergie wie mechanische Energie auch erhalten bleibt. Nach einigen erfolglosen Versuchen, die 1897 begannen. kam Planck auf eine Formel, die die Strahlung eines; schwarzen K�rpers vorhersagen konnte. Dabei gab er die bislang implizit zugrunde gelegte klassische Vorstellung auf da� Licht oder W�rme in einem kontinuierlichen Strom abgegeben werden; laut Planck erfolgt die Abstrahlung vor Energie in unsteten diskreten Einheiten oder B�ndeln. Er entdeckte dabei eine universale Konstante, die man zur Berechnung des beobachteten Spektrums ben�tigte die ah �Plancksche Konstante� Ir bekannt wurde: eine kleine Energiemenge, multipliziert mit einem unendlich winzigen Zeitbetrag, die von Planck auch als �elementares Wirkungsquantum� bezeichnet wurde. Damit konnte man mir Gleichungen aufstellen, die mit den beobachteten spektralen Ph�nomenen �bereinstimmten. Die W�rmestrahlung eines Hohlraums konnte nun als System von Oszillatoren aufgefa�t werden, deren Energiewerte einen ganz bestimmten Betrag annehmen, von denen das Quantum die kleinste Einheit darstellt. Im Dezember 1900 ver�ffentlichte Planck seinen ersten Artikel �ber die Quanten und begr�ndete damit die Quantenphysik. Die Bedeutung der Planckschen Konstante erwies sich als elementar bei der Formulierung des von ihm aufgestellten Strahlungsgesetzes. Obwohl es gegen die klassische Physik verstie� und Physiker vor R�tsel stellte, wurde es sofort akzeptiert, da es mit den experimentellen Befunden �bereinstimmte. 1905 dann benutzte Einstein das Quantum als theoretisches Werkzeug bei der Erkl�rung des photoelektrischen Effekts, wobei er nachwies, da� Licht sich manchmal wie ein Korpuskelstrom verhalten kann. Und nicht lange darauf, 1913, legte NIELS BOHR bei der Entwicklung seines Atommodells den Ansatz von Planck zugrunde. Statt die klassischen Gesetze anzuwenden, denen zufolge das Atom eine Art Miniaturausgabe des Sonnensystems darstellt, ist sein Modell als System ausgerichtet, in dem die Elektronen auf Schalen mit bestimmten Energiewerten operieren, die durch die Plancksche Konstante quantifiziert werden k�nnen. 1919 wurde Planck der Nobelpreis f�r Physik verliehen. und sp�testens dann war er eine Ber�hmtheit. Anf�gen sollte man, da� er sich mit den Folgen der Quantentheorie vor allem mit der Unsch�rferelation und den eingeschr�nkten Kausalit�tsbeziehungen niemals ganz anfreunden, konnte. Diese Entwicklungen, die grundlegende �nderungen im Weltbild der Naturwissenschaften nach sich zogen waren f�r ihn und andere, Einstein eingeschlossen, nur schwer zu akzeptieren. In dieser Hinsicht war Planck, WiE Abraham Pais ihn nennt, �eine Figur des �bergangs par excellence.� 1928 verlie� er die Universit�t Berlin, vor 1930 bis 1937 und 1945/46 war er Pr�sident der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft zur F�rderung der Wissenschaften (aus der 1948 die ihm zu Ehren benannte Max-Planck-Gesellschaft hervorging). 1937 mu�te er wegen seiner Kritik am Nazi-Regime den Vorsitz in der Gesellschaft aufgeben. In den 30er Jahren ver�ffentlichte er mehrere Werke, darunter die f�nfb�ndige Einf�hrung in die theoretische Physik und eine Philosophie der Naturwissenschaften. Planck war ein ausgezeichneter Musiker, der manchmal von Einstein auf der Violine begleitet wurde. Sein Leben war nicht frei von Trag�dien. Mit seiner ersten Frau Marga von H��lin hatte er vier Kinder. Seine beiden T�chter verlor er jeweils kurz nach ihrer Hochzeit durch Komplikationen im Kindbett. Einer seiner S�hne fiel im Ersten Weltkrieg, der zweite geh�rte der Gruppe um Stauffenberg an und wurde 1944 nach dem mi�gl�ckten Attentatsversuch auf Hitler hingerichtet. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Plancks Haus und fast alle seine Aufzeichnungen durch alliierte Bombenangriffe zerst�rt. Er starb am 4. Oktober 1947 kurz vor seinem neunzigsten Geburtstag.  
 

 

 

 
 
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